Die Fahrt bis zum Kalterer See war für mich ziemlich ätzend. Wir fuhren früh los, um noch vor der großen „Urlauberwelle“ die staugefährdeten Stellen hinter uns zu bringen. Das schafften wir auch prima – allerdings musste ich auf längere Pausen verzichten. Nach dem Reschenpass nahmen meine beiden Zweibeiner das Tempo raus und machten an einem wunderschönen Bach Rast. Das entschädigte mich dann doch ein bisschen für das lange Liegen. Ich konnte mich so richtig austoben. Der Rest war dann kein Problem mehr.
Am Parkplatz unserer Ferienwohnung begrüßte uns Schnauzer, die Hofhündin, mit lautem Gebell. Das war ja ein fürchterliches Getöse. Schnell fand ich heraus, dass das ihre Art war: Sie bellte oft und laut. Frauchen und Herrchen hofften inständig, dass ich mich davon nicht anstecken ließ. Ich belle nur sehr selten – das finden meine beiden ganz toll. Sie können mich ganz entspannt überall hin mitnehmen, ohne Angst haben zu müssen, dass ich Radau mache.





Wenn wir gerade nicht unterwegs waren, hielten wir uns meistens auf der Terrasse auf. Wenn Schnauzer in der Nähe war, gesellte sie sich zu uns. Was mir zunächst überhaupt nicht passte, war die Tatsache, dass sich Schnauzer an Frauchen und Herrchen „ranmachte“. So ging das natürlich nicht! Ich stehe bei meinen beiden unwiderruflich an erster Stelle – und da lasse ich auch nicht mit mir handeln! Meine beiden versicherten mir auch sofort, dass meine Befürchtungen völlig unnötig waren. Na ja, das will ich auch hoffen!!!! Nach dieser Klarstellung machte es mir auch nichts mehr aus, dass uns Schnauzer oft bei den Abendspaziergängen in die Weinberge begleitete.



Sonst unternahmen wir viele Spaziergänge. Meine beiden
achteten wegen meiner Gelenke aber immer noch sehr darauf, dass sie nicht zu
lange ausfielen. Dafür „bauten“ sie einige sehr steile Passagen ein – das war
schon ein bisschen anstrengend. Aber Frauchen und Herrchen meinten, das sei eine gute
Vorbereitung für spätere Bergtouren. Toll war, dass sie immer bemüht waren, Wasser in irgendeiner Form für mich zu finden.
Frauchen ist ja der Ansicht, dass mir mit großer Wahrscheinlichkeit
Schwimmhäute wachsen werden…. In der zweiten Urlaubswoche gab es neben Seen, Bächen und Brunnen auch noch Pfützen, in denen ich mich suhlen konnte – es regnete für
hiesige Verhältnisse ziemlich oft und lang.




























Aber auch in der Wohnung hatte ich jede Menge Spaß....










Dann aber kam der Höhepunkt des Urlaubs: Ich feierte meinen ersten Geburtstag! An diesem Tag war alles anders als sonst. Es fing schon damit an, dass ich zum zweiten Frühstück (das war mein erstes zweites Frühstück überhaupt) Leberwurstschnittchen bekam. Leberwurst habe ich von den beiden noch nie bekommen. Die gab es bisher immer nur von Brigitte.











Seither habe ich mit Frauchen und Herrchen sehr viel erlebt und wenn ich mir die Pläne der beiden anhöre, dann wird sich daran auch nichts ändern….
Zur Feier des Tages fuhren wir zum Tretsee. Das bedeutete allerdings, dass wir den Mendelpass überqueren mussten. Tausend Höhenmeter und unzählige Kurven waren nicht sehr angenehm für mich – das wussten auch meine beiden. Aber sie machten mir auch klar, dass man - wenn man viel erleben will – Unannehmlichkeiten in Kauf nehmen muss. Das wissen Frauchen und Herrchen noch aus ihrem früheren Leben…..
Meine beiden Zweibeiner haben nicht zu viel versprochen: Wasser en masse und für Frauchen Blumen über Blumen: Sie fotografierte wie wild und ich arbeitete im Wasser und Schlamm wie wild. Herrchen schaute sich das Schauspiel wie immer mit stoischer Ruhe an. An der St. Felixer Alm kehrten wir dann ein - ich war wie immer der Mittelpunkt. Die Wanderer hatten meine Aktionen schon eine ganze Zeit lang beobachtet. Sie mussten über mich lachen, was mich natürlich noch weiter anstachelte. Auf dem Heimweg durfte ich nur noch einmal ausgiebig schwimmen – ich sah hinterher wieder ganz manierlich aus. Dann war aber auch Schluss. Die beiden ließen mich nicht mehr in die Nähe einer Pfütze……..






Zu Hause brauchte ich dann doch eine kurze Erholungspause.
Aber ich wusste, dass von heute morgen noch Leberwurstschnittchen übrig waren.
Ich stand also schnell wieder auf der Matte, aber die beiden meinten, ich
könnte noch ein bisschen dafür arbeiten. Also übte Frauchen noch Dogdancing mit
mir. In Erwartung der Leberwurstschnittchen spulte ich das Programm in
Rekordzeit runter…….