Herbst 2008:  Urlaub am Kalterer See

Leider hatten wir in diesem Urlaub mit dem Wetter ein bisschen Pech. Nur der erste Tag war superschön. Meine beiden Zweibeiner hielt unter diesen Umständen nichts mehr. Frauchen schmierte Vesperbrote und schon ging's los. Sie fuhren mit mir in die Dolomiten zum Sellajoch. Frauchen schwelgte in Erinnerungen: Hier war sie schon einmal im zarten Alter von 5 Jahren und umwanderte damals (für mich vor unvorstellbar vielen Jahren) zusammen mit ihren Eltern das gesamte Langkofel- und Plattkofelmassiv. Vor ein paar Jahren war sie mit Herrchen wieder hier (damals hatten sie noch ihr Wohnmobil) und wiederholte die Tour.

Mit mir kamen die beiden nicht so zügig voran. Ich musste alles erkunden und erschnüffeln. Das dauerte... Aber die beiden hatten Verständnis für meine Aktivitäten und kürzten die Wanderung ab.

Eigentlich wollte Frauchen nur, dass ich am Felsen "Männchen" mache. Langsam sollte sie aber wissen, dass halbe Sachen wirklich nicht mein Ding sind - mit einem Sprung war ich oben. Herrchen eilte sofort herbei, um mir beim Herunterspringen Hilfestellung zu leisten - war aber völlig unnötig. Ich schaffte das auch so. Die beiden unterschätzen mich manchmal noch immer.

Wir machten mehrere Pausen, genossen die Aussicht und machten Picknick.

Mir machte die Kraxelei richtig Spaß!

Ist das nicht eine tolle Landschaft? Seit heute verstehe ich die Begeisterung der beiden für die Berge...


Am  nächsten Tag fuhren wir noch einmal in Richtung Dolomiten. Das Wetter war allerdings schon nicht mehr so toll. Die Felstürme des Rosengartens konnten wir aus dem Tschamintal allerfalls erahnen - die Gipfel waren immer mehr oder weniger hinter Wolken versteckt. Mir war die Aussicht heute sowieso ziemlich egal. Viel wichtiger für mich war die Tatsache, dass ein großer Teil des Weges am Bach entlang führte und ich in regemäßigen Abständen ein kurzes Bad nehmen konnte.

Hinten im Tal warteten wir eine Weile auf bessere Sicht. Es war empfindlich kühl und so wärmten wir uns mit ein paar Spielchen wieder auf.

Leider wurde die Sicht an diesem Tag nicht mehr besser...

Der dritte Tag wurde wider Erwarten ziemlich spannend. Meine beiden schlenderten zunächst eine Weile mit mir durch Wald und Reben. Wahrscheinlich war ihnen das auf die Dauer zu langweilig. Deshalb beschlossen sie spontan, mit mir eine Klamm nach oben zu steigen - bis dahin hatte ich noch keine Ahnung, was eine Klamm ist...

Plötzlich wurde es richtig spannend:  steile Treppen, Brücken, durch deren löchrige Böden ich den weit unten fließenden Bach sehen konnte und ein paar felsige Passsagen mussten überwunden werden. Meine beiden lebten richtig auf -  ein bisschen Abenteuer muss zwischendurch einfach sein. Aber sie waren schon ein bisschen besorgt, ob ich alles ohne Probleme schaffen würde. Spätestens jetzt machte sich ihr Geländetraining, das sie von Anfang an mit mir gemacht haben, bezahlt. Immer auf Tuchfühlung mit einem von beiden marschierte ich traumwandlerisch sicher über alle Hindernisse. Die beiden waren hinterher mächtig stolz auf mich.

Zwischendurch konnte ich immer wieder in den Pools unter den Wasserfällen baden...Das war schon eine tolle Sache!

...und schon waren wir so gut wie oben!

Am nächsten Tag schüttete es wie aus Kübeln. Ich fand das toll: Da schoss das Wasser die Hänge runter und auf den Wegen gab es zahllose Badeseen - für mich war dies das Paradies auf Erden! Der Verbrauch an Hundehandtüchern an diesem Tag war enorm!

Von mir aus hätte es wettermäßig auch so weitergehen können. Es wurde aber wieder ein bisschen besser - zumindest blieb es einigermaßen trocken und wir spazierten an einem der zahlreichen Waalwege entlang. Leider war im Kanal so gut wie kein Wasser und als wir endlich an einen Wasser führenden Abschnitt kamen, erteilte mir Frauchen sofort striktes Badeverbot - sie hatte einige Blutegel gesichtet...

Immer wieder hatten wir tolle Ausblicke auf das Tal...

Wieder in der Ferienwohnung angekommen, wartete Schnauzer (die Wachhündin des Weinguts) schon sehnsüchtig auf mich. Natürlich spielten wir ein paar Runde miteinander.

Am letzten Tag regnete es mal wieder nur einmal und es war total nebelig. Meine beiden waren schon ein bisschen enttäuscht - hatten sie sich doch  vorgenommen, in diesem Urlaub den ersten hohen Gipfel mit mir zu besteigen.

Wenigstens zeigte sich die Sonne bei der Heimreise noch einmal. Grund genug, um im Etschtal an einem der vielen Waalwege einen kurzen Stopp einzulegen.

Der nächste Halt folgte schon am Reschenpass. Hier lag doch tatsächlich ein bisschen Schnee! War das eine Freude!

                                                                         Urlaube