Sommer 2008:  Urlaub im Nordosten Deutschlands

Schon Tage vor der Abreise war alles anders als sonst: Einerseits gingen meine beiden Zweibeiner - wie sonst auch - zur Arbeit, andererseits wälzte Frauchen Reiseführer, studierte Autokarten, schrieb Listen ohne Ende und kaufte Berge von Vorräten ein. Herrchen kümmerte sich derweil - wie immer - um die technischen Dinge.

Und dann stand da plötzlich so ein "rollendes Haus"  auf der Straße. Meine beiden Zweibeiner erklärten mir, dass es ich dabei um ein Wohnmobil handelt. Ich inspizierte es natürlich sofort - und fand es schon arg eng. Ich hoffte, dass wir uns in den nächsten drei Wochen nicht allzu sehr auf die Nerven gingen. Die beiden beruhigten mich aber. Sie erklärten mir, dass sie früher schon einmal ein Wohnmobil besaßen und darin - trotz aller Enge - wunderschöne Urlaube verbrachten. Dann - als sie anfingen, in aller Welt Trekking-Touren zu machen - haben sie es wieder verkauft. Glücklicherweise bin ich offen für alles - das muss man bei den beiden auch sein. Wer weiß, was sie sich noch alles einfallen lassen. Ich war also gespannt, was mich erwartete und verfolgte die weiteren Vorbereitungen ganz genau. Die beiden verstauten den halben Hausrat im Wohnmobil. Es ist unglaublich, was da alles hineinpasst. Irgendwann war dann alles fertig gepackt und es konnte endlich losgehen.

Unser erstes Ziel war der Spreewald. Frauchen hatte sich Leipe als erste Station ausgedacht - unser Navi lotste uns über diverse Fahrradwege und verdammt enge Sträßchen sicher zum Ziel (Frauchen musste neidlos anerkennen, dass sie das mit der Karte nicht so gut hingekriegt hätte - obwohl sie normalerweise für Herrchen wirklich keine schlechte Beifahrerin ist).

Natürlich erkundeten wir den Spreewald zu Fuß und dann zum Abschluss auch noch per Kahn. Das war für mich eine völlig neue Erfahrung. Am Anfang war mir die Schaukelei nicht ganz geheuer, aber schon kurze Zeit später fand ich das Ganze sehr spannend. Ich war ein paar Mal kurz davor, ins Wasser zu springen. Aber Herrchen hatte mich vorsichtshalber an die Leine genommen  - er musste mich heute schon einmal aus einem Kanal rausziehen. Im Eifer des Gefechts überdenke ich meine Unternehmungen manchmal nur unzulänglich und so machte ich mir im Vorfeld keine Gedanken darüber, ob die Kanalwand beim Herausklettern ein unüberwindliches Hindernis sein könnte. In diesem Fall war ich schneller im Kanal als die beiden reagieren konnten. Frauchen war hinterher ziemlich sauer mit mir. Aber ich weiß, dass sie das nie lange durchhält. Meinem sprichwörtlichen Hundeblick kann sie nie widerstehen...

Sonst kann ich den Spreewald für wasserbegeisterte Hunde nur empfehlen - ich war tagsüber eigentlich immer nur einmal nass und zwischendurch natürlich auch ein bisschen schlammig...

Ihr braucht gar nichts sagen! Ich weiß, dass ich ein fürchterlicher Dreckbär bin....

Was hat Herrchen nun wieder vor?

Der gibt ja plötzlich ganz komische Töne von sich!

Die nächste Station war die Feldberger Seenplatte in Mecklenburg. Auf dem Weg dorthin legten wir noch einen Stopp am Neuendorfer See ein. Wir suchten sofort eine geeignete Badestelle und schon konnte ich ausgiebig einer meiner Lieblingsbeschäftigungen nachgehen.

So ein Urlaub ist schon eine tolle Sache. Meine beiden Zweibeiner beschäftigen sich den ganzen Tag mit mir, was ihnen offensichtlich auch sehr viel Spaß macht - sonst würden sie sicher nicht so viel mit mir spielen.

Auf geht's!  Kommt doch endlich aus eurem Wohnmobil!

Ganz komisch fand ich meine Begegnung mit den Rehen am nahe gelegenen Wildgehege - wobei mir Frauchen erklärte, dass es sich in diesem Fall um Damwild handelte. Na ja, mich interessieren solche Feinheiten nicht wirklich. Ich mach' doch aus meinen Rehen kein Damwild, bloß weil da ein paar helle Punkt auf dem Fell sind. Also- während sich die Rehe zu Hause immer sehr schnell aus dem Staub machen, wenn ich im Anmarsch bin, kamen sie hier an den Zaun und betrachteten mich genauso neugierig wie ich sie. Endlich bekam ich mal ein Reh aus der Nähe und vor allem von vorn zu Gesicht...

Frauchen hat sich - wie vor jedem Urlaub - ausreichend mit Literatur versorgt, unter anderem mit einem Wanderführer für die Mecklenburger Seenplatte einschließlich der Feldberger Seenplatte. Meine beiden Zweibeiner fanden eine wirklich tolle Tour: Am Anfang wanderten wir durch schöne Wälder auf einem Moränenrücken mit zum Teil sehr schönen Ausblicken auf die zahllosen Seen. Dann überquerten wir mit einem Boot den "Schmalen Luzin" und liefen auf dem schattigen Uferweg wieder zurück zum Ausgangspunkt Carwitz. Der Uferweg war sensationell: Alle paar Meter gab es optimale Badestellen. Frauchen und Herrchen hatten kein Badezeug dabei - das hielt sie aber nicht davon ab, mit mir Wasserschlachten zu veranstalten. Natürlich waren sie hinterher klatschnass. Aber das machte ihnen nichts aus. Sie hatten genauso viel Spaß wie ich.

Ist die Wasserschlacht etwa schon zu Ende?

Auf dem Weg nach Usedom kamen wir immer wieder an riesigen Sonnenblumenfeldern vorbei. Frauchen bestand natürlich sofort auf einen Fototermin mit mir.

Die Fahrt dauerte nicht lange - das Problem war, in der Hauptreisezeit auf Usedom einen Stellplatz zu finden. Was unsere Urlaube anbelangt, rächt sich Frauchens Berufswahl pausenlos: Wir müssen immer dann in den Urlaub fahren, wenn es überall voll und besonders teuer ist (wer es immer noch nicht mitgekriegt hat: Frauchen arbeitet als Lehrerin).

Wie befürchtet waren alle Stell- und Campingplätze, die wir an diesem Tag abklapperten, voll. Schließlich fanden wir wenigstens einen Parkplatz, auf dem wir über Nacht bleiben konnten. Wir stellten das Wohnmobil ab und gingen sofort an den Strand. Für mich war das Meer völlig neu:  Wasser kannte ich ja schon zur Genüge, aber dass Wasser solche Wellen schlagen kann und dann auch noch so komisch schmeckt, wusste ich nicht.

Am Hundestrand fand ich sofort Kumpels, mit denen ich mich in die Wellen werfen konnte. Toll war auch, dass viele Badegäste Spielzeug dabei hatten. Natürlich spielte ich überall mit. Meine beiden Zweibeiner versuchten erfolglos, mich ein bisschen zu bremsen. Das war auch völlig unnötig, denn die Badegäste fanden mich einfach toll. Das stachelte mich natürlich noch weiter an. Ich konnte einfach nicht genug kriegen: Rein ins Wasser, raus in den Sand, Spielen, ausgiebiges Wälzen im Sand und wieder rein ins Wasser. Ich tobte, bis ich völlig platt war. Meine beiden verordneten mir eine Ruhepause im Wohnmobil. Vor dem Abendessen wiederholte sich das Ganze noch einmal. Hinterher fiel ich in einen zehnstündigen Tiefschlaf.

Was geht denn da drüben ab? Das wär ja noch schöner, wenn ich etwas verpassen würde...

Zum Abschluss legte ich mich dann doch noch ein paar Minuten zu Frauchen und Herrchen in den Sand, bevor es dann endgültig ins Wohnmobil ging.

Am nächsten Tag ging die Stellplatzsuche weiter. Es war aussichtslos. Meine beiden waren inzwischen leicht genervt und beschlossen, die Insel in Richtung Greifswald zu verlassen. In Freest - einem kleinen Fischerdorf an der Peenemündung - ergatterten wir einen der letzten freien Plätze. Nun kehrte ein bisschen Ruhe ein. Wir blieben eine Woche, machten viele Spaziergänge, gingen regelmäßig zum Strand an der Flussmündung oder fuhren ins 6 km entfernte Lubmin. Dort - am Greifswalder Bodden - gab es einen fast so schönen, allerdings nicht so langen Strand wie auf Usedom,  dafür aber mit sehr viel weniger Badegästen. Vom Wetter her erlebten wir in dieser Woche alles: Sturm, heftige Regenschauer, Sonne, Wolken und zwischendurch auch eine leichte, angenehme Brise.

Traut sich bei den kühlen Temperaturen keiner von euch beiden ins Wasser?

Frauchen fasste sich endlich ein Herz und wagte sich wenigstens bis zu den Knien ins Meer. Allerdings war sie bei meinen Aktionen im Nu pudelnass.

Herrchen spielte lieber mit mir im Sand...

Es war für mich aber auch kein Problem, mich selber zu beschäftigen. Es gab so viel Neues zu entdecken...

Aber natürlich genoss ich es am meisten, wenn wir alle zusammen spielten oder auf Entdeckungsreise gingen. Hier auf dem Festland konnte man schöne Spaziergänge an fast menschenleeren Stränden machen. Das gefiel vor allem meinen beiden so gut!

Und für mich hatte es den Vorteil, dass ich hemmungslos rennen konnte..

Bei 30°C Außentemperaturen ging Frauchen richtig mit mir schwimmen.

Nach einer Woche mussten wir langsam wieder an die Heimreise denken. Wir ließen es aber gemütlich angehen und machten noch Stopps in der Mecklenburger Seenplatte und am Plauer See im Havelland.

Am Kummerower See gab es auch ganz ordentliche Wellen und vor allem am Ufer schäumte es wie bei Frauchen in der Badewanne.

Im Nachbarort fand ein Hafenfest statt. Natürlich gingen wir hin. Unterwegs war mal wieder ein Fototermin angesagt.

Nein - so hatte sich Frauchen das nicht vorgestellt!

Auch so war es nicht ganz gedacht!

Endlich war sie zufrieden!

Meine Güte! War das wieder anstrengend!

Während sich die beiden auf dem Fest ein Bier gönnten, döste ich ein bisschen und war dann auf dem Heimweg wieder topfit und bereit zur "Arbeit".

Soll ich tatsächlich kommen?

(Eigentlich erübrigt sich die Frage, denn wenn mir die beiden ein  Kommando geben, dann setzen sie es auch durch!!)

Ich komm' ja schon. Aber mein "Arbeitsmaterial" bring' ich mit!

Am Plauer See erlebte ich dann noch etwas ganz Komisches. Wie jeder auf dem nächsten Bild sehen kann, gibt es auch dort einen Hundestrand.

Trotzdem durfte ich nicht ins Wasser. Das bin ich bei meinen beiden nun wirklich nicht gewöhnt. Wie sich dann herausstellte, hatten sie sich ihre Entscheidung schon gut überlegt: Die beiden hatten Angst um meine Pfoten. Es gab im Wasser viele scharfkantige Muschelschalen - ein Grund, warum die Menschen nur mit Badeschuhen ins Wasser gingen.

Stattdessen gab es eine komfortable Hundedusche, die wir natürlich gleich in Anspruch nahmen bzw. nehmen mussten - ich hatte mich in einer Schnecke gewälzt.

So und nun freue ich mich wieder auf Stuttgart. Mal sehen, was es dort an Neuigkeiten gibt!

                                                                        Urlaube