Sommer 2009: Urlaub in Hollersbach (Pinzgau)
Dieses Mal waren wir drei Wochen in Österreich. Meine beiden Zweibeiner freuten sich schon seit Wochen unbändig darauf, endlich mal wieder so richtig in den Bergen unterwegs zu sein. Inzwischen mach' ich bis auf Gletschertouren alles mit. Wenn es Steigeisen für Hunde geben würde, würde ich die beiden natürlich auch auf Gletscher begleiten. Die Spalten, von denen Frauchen manchmal erzählt, wären für mich ohnehin kein Problem: So weit wie Frauchen kann ich allemal springen.
Das bewies ich ihr sofort auf unserer nächsten Wanderung!


Aber es jagte auch so ein Highlight das andere. Allerdings musste ich manchmal im Vorfeld einiges „ertragen“. Dass ich die ewige Kurverei im Auto nicht besonders mag (ich überstehe die „Tortur“ allerdings jedes Mal ohne zu klagen), wisst ihr ja bereits. Aber richtigen Schiss hatte ich am Anfang vor diesen kleinen Gondeln. Die großen kenne ich ja schon – die sind ganz ok. Aber die kleinen! Ich fand es schon ziemlich komisch, dass sie zum Ein- und Aussteigen nicht einmal anhalten. Frauchen sprang immer als erste rein, dann kam ich und als letzter Herrchen. Glücklicherweise wollte sonst niemand mehr zu uns einsteigen, so dass wir die Gondel ganz für uns allein hatten. Meine Güte! Das war ja eine einzige Ruckelei und Schaukelei und es dauerte und dauerte – vor allem weil sie in regelmäßigen Abständen auch mal stehen blieb – wahrscheinlich wegen so einem Schisser, der sich nicht traute, in die fahrende Gondel zu springen…
Nachdem Frauchen und Herrchen völlig gelassen die Schaukelei hinnahmen und es sogar noch lustig fanden, entspannte ich mich langsam aber sicher auch ein bisschen…


Dann kam irgendwann mal der Tag, an dem ich diese unvermeidlichen Booties wieder anziehen musste. Ich galoppierte völlig tollpatschig über die Wiesen: Auf der einen Seite mussten meine beiden herzlich über mich lachen, auf der anderen Seite wurde ihnen endgültig klar, dass es mit diesen Dingern an meinen Füßen mit meiner Trittsicherheit nicht mehr weit her war. Und das war gut so! Ich denke, das Thema hat sich nun endgültig erledigt…


Ich weiß ja, dass die beiden es nur gut mit mir meinen und meine Pfoten im Geröll und Fels schützen wollen. Aber da ist mir die Ballenpflege von Frauchen doch allemal lieber…

Natürlich gab es auch Zeiten, in denen ich einfach nur meine Ruhe haben wollte und „Schutz“ hinter Frauchens Tasche suchte…

Aber sonst konnte ich mich in keinster Weise beklagen: Es gab Wasser ohne Ende – vor allem die Gletscherseen und –bäche waren bei der Hitze wirklich erfrischend. Und dann durfte ich in diesem Urlaub bei allen Wanderungen (bis auf eine kurze Ausnahme) immer ohne Leine laufen. Ich fand es toll von den beiden, dass sie, was meine Trittsicherheit anbelangt, inzwischen vollstes Vertrauen haben. Die einzigen Kommandos, die ich mit der Zeit nicht mehr hören konnte, waren „Langsam“ und „Warten“. Ich düste meistens vorne draus. Aber als gut erzogener Vierbeiner drosselte ich beim entsprechenden Kommando natürlich mein Tempo bzw. setzte mich ab und wartete und wartete…

Vor allem am ersten Tag war ich fast unterfordert und Frauchen überfordert (Herrchen stöhnte übrigens auch ein bisschen – aber er gibt es nicht so leicht zu wie Frauchen). Ich hatte mich vorsorglich im ersten Bach schon mal runtergekühlt und so machten mir der wirklich sehr steile Hang und die sengende Sonne nicht viel aus. Frauchen zweifelte schon sehr an sich und „drohte“, in Zukunft nur noch „Seniorenwanderungen“ im Tal zu unternehmen. Aber ich weiß, dass sie das nicht Ernst meint – spätestens oben sind alle Anstrengungen schnell vergessen. So war es auch dieses Mal. Gleich am Abend planten die beiden die nächste Wanderung…
Zwei Touren begannen an der Felber-Tauern-Straße: Die eine führte zum Amertaler See und die andere zum Hintersee.
Auf dem Weg zum Amertaler See
Ich machte es mir mal wieder auf dem „Weg“ gemütlich und wartete auf meine Zweibeiner…

Oben gab es zunächst ein paar Knuddeleinheiten und dann ging’s aber sofort ab in den See…





Frauchen nutzte derweil die Zeit, um mal wieder ein paar Blumenfotos zu machen und dann machten wir uns auch schon wieder an den Abstieg…





Am Hintersee

Das war mehr ein Spaziergang zur Regeneration, den wir einschoben, weil das Wetter etwas unsicher war. Am See begegneten wir dann einem echten Dreckschwein. Mit dem wollte ich gar nichts zu tun haben, obwohl mir Frauchen erklärte, dass ich ähnlich aussehe, wenn ich mich mal wieder im Schlamm gesuhlt habe…

Ich fand diesen Vergleich schon ein bisschen übertrieben – aber ihr kennt ja inzwischen Frauchens Fantasie und Vorstellungskraft…
Leider passierte mir gleich am nächsten Tag ein „Riesenfehler“: Bevor ich richtig nachdachte, lag ich schon im Sand und Dreck und wälzte mich genüsslich. Frauchen machte natürlich sofort Fotos von mir und hielt sie mir vor die Schnauze… Na ja, da fiel selbst mir nicht mehr viel ein.


Zur Abwechslung bauten meine beiden auf dem Rückweg noch einen kurzen Geländegang zu den Überresten einer Lawine ein. So etwas macht mir und auch meinen beiden Zweibeinern sehr viel mehr Spaß als immer nur auf den Wegen zu laufen.







Rund um die Rudolfshütte


Im Weißsee unterhalb der Hütte (wobei Hütte stark untertrieben ist – eigentlich handelt es sich um ein Berghotel) konnte ich super schwimmen. Die Wassertemperatur war wirklich erfrischend. Natürlich war ich kaum mehr rauszukriegen.





Irgendwann hatte selbst ich genug. Außerdem hatte ich auf der anderen Seite des Sees Schneefelder entdeckt, die sich hervorragend als „Spielwiese“ eigneten.






Habt ihr zwei etwa schon wieder genug gespielt???


Hätte ich mir ja denken können! Frauchen „musste“ unbedingt noch ein paar Fotos machen…


Krimmler Wasserfälle
Ich habe mir sagen lassen, dass die Krimmler Wasserfälle mit einer Fallhöhe von 380 m die fünfhöchsten der Welt sind. Sie waren aber auch wirklich beeindruckend.





Leider gab’s erst oben im Krimmler Achental eine Badestelle und zwar gleich neben einer Gletschermühle.


Großglockner-Hochalpenstraße
In Anbetracht der unzähligen Kehren verabreichte mir Frauchen vorsorglich schon mal Globuli gegen Reisekrankheit und fütterte mich in aller Herrgottsfrühe. So „gerüstet“ überstand ich die Fahrt wirklich gut. Aber natürlich war ich froh, als es bei der Kaiser-Franz-Josefs-Höhe eine längere Pause gab.
Der Blick auf den Großglockner von der Kaiser-Franz-Josefs-Höhe aus…

Wir entschieden uns für einen Panoramaweg oberhalb der Gletscherzunge. Dieses Mal fand sogar ich die Aussicht wirklich phänomenal!





Frauchen war sowieso völlig aus dem Häuschen. Heute passte wirklich alles: Der Sonnenschein, die Aussicht auf die Gletscher, die Flora und dann zum Schluss auch noch die Tour querfeldein über die vom Gletscher glatt geschliffenen Felsen… Und für mich gab es wie immer diverse Badegelegenheiten.

















Untersulzbachtal
Wie fast alle Täler hier beginnt auch das Untersulzbachtal mit einem beeindruckenden Wasserfall. Eine Besonderheit hier sind allerdings die Leuchtflechten im Bereich des Wasserfalls.



Oben angekommen konnten wir den Groß- und Kleinvenediger sehen:

Dieser Blick spornte die beiden an, von der Stockeralm aus weiter nach hinten ins Tal zu laufen, um ganz an den Gletscher ranzukommen. Dorthin führt aber kein Wanderweg, sondern nur ein manchmal schwer zu findender Pfad. Wir kämpften uns über 2 Stunden durch das fast weglose Gelände, um dann zu der Einsicht zu gelangen, dass die ganze Aktion zu lange dauern würde. Schade, denn wir konnten die ganze Zeit über weder den Klein- noch den Großvenediger sehen. Vor allem meine beiden waren schon ein bisschen enttäuscht. Nach einer kurzen Pause machten wir uns dann halt wieder an den Abstieg.






Rester-Höhe

Der Spaziergang auf der Resterhöhe diente mal wieder der Erholung. Super war, dass auch Shiva, das hübsche Riesenschnauzermädchen aus der Nachbarwohnung, mit ihren Zweibeinern dort war. Sie schwimmt genauso gerne wie ich – klar, dass wir im Wasser ein paar Runden zusammen drehten und mit Herrchen ein bisschen spielten bevor wir zum unvermeidlichen „Paarfoto“ antreten mussten.







Übrigens sind wir am Tag der Heimreise spontan noch einmal mit der Gondel auf die Rester-Höhe gefahren. Es hatte nachts auf den Bergen geschneit, was meine beiden völlig begeisterte. Und den Ausblick auf die frisch verschneiten Hohe Tauern wollten sie einfach noch einmal genießen...




Zittauer Hütte und Wildgerlostal

Auch diese Wanderung begann mit einem Aufstieg entlang von Wasserfällen und einem rauschenden Gletscherbach.




Anschließend ging es dann an Almen vorbei mehr oder weniger eben ins Tal hinein bevor der Steilanstieg zur Hütte anstand.
Die Kühe waren manchmal schon ein bisschen nervig. Meistens stiefelten sie ja hinter mir her, aber dieses Mal erweckte Herrchen ihr Interesse – keine Ahnung, was die Kuh im Rucksack vermutete. Meine Leckerli können es kaum gewesen sein, denn so weit ich weiß, stehen Kühe nicht sonderlich auf getrocknete Lunge und Pansen…

Auch auf dem Rückweg ließen sich die Kühe nur von einer elektrischen Barriere davon abhalten, uns noch ein Stück weiter zu begleiten.

Na ja – egal! Auf jeden Fall bot sich uns auf dem Weg zur Hütte wieder einmal ein großartiges Panorama.

Wie schon erwähnt, war der letzte Anstieg ziemlich steil, dafür aber nicht sehr lang und so waren wir relativ schnell an der Hütte und konnten ein Pause einlegen, die ich unter anderem für ein kleines Schläfchen nutzte.






Während des Abstiegs…



…ließen sich meine beiden immer mal wieder zu einem Spielchen überreden.


Obersulzbachtal: Kürsinger Hütte und Obersulzbachkees

Beim Aufstieg zur Hütte kam keinerlei Langeweile auf – im Gegenteil: Heute musste ich mich beim Laufen ziemlich konzentrieren…




Gibt es einen schöneren Rastplatz?

Zugegebenermaßen habe ich einen Teil der Pause schlichtweg verpennt…

Aber sobald es weiterging, war ich sofort wieder hellwach.

Von der Hütte aus bot sich wieder (mal) ein toller Ausblick auf die umliegenden Gletscher.

Damit ihr es euch besser vorstellen könnt, hat Herrchen ein Panoramafoto gemacht.

Nachdem die beiden ihr Bierchen genossen hatten, machten wir uns auf dem gleichen Weg wieder an den Abstieg…





Unten angekommen, musste ich noch einmal für ein Foto „einparken“. Ich hatte eigentlich gar keinen Nerv dafür, denn ich war ständig auf Murmeltiersuche.



Na – wo ist denn nun das Murmeltier? Schließlich pfeift es schon die ganze Zeit wie verrückt.

Schließlich entdeckten wir es gar nicht weit von uns entfernt. Aber mit Hinterherjagen war leider nichts - Herrchen nahm mich an die Leine und ging mit mir weiter, während Frauchen auf die Pirsch ging. Und wie ihr sehen könnt, hatte sie Erfolg!



Stattdessen durfte ich zu einem abschließenden Bad noch einmal in den Bach. Das war dann aber auch ok…


Schon bei der Heimfahrt beschlossen meine beiden, noch ein zweites Mal ins Obersulzbachtal und zwar zum Obersulzbachkees zu wandern. Das war eine wirklich gute Idee: Schon der Aufstieg war kurzweilig. Es ging immer nah am tosenden Gletscherbach entlang (wobei Frauchen die ganze Zeit sehr darüber wachte, dass ich nicht unkontrolliert in den Bach sprang). Die Aktion wurde noch durch ein paar Spielchen bereichert bevor ich dann oben am Gletschersee zum ersten Mal in meinem Leben zwei winzige „Eisberge“ sah. Für Frauchen und Herrchen war das nichts Besonderes – hatten sie bei ihrer Trekking-Tour in Grönland doch viel größere Exemplare gesehen. Aber sie freuten sich mit mir, wie ich das Eis untersuchte und eine Eiskugel nach der anderen aus dem Wasser fischte.



















Ich genoss den Aufenthalt am See ungemein und wälzte mich „mal wieder“ vor Freude.

Irgendwann mussten wir leider wieder an den Abstieg denken. Ich hätte es hier noch viel länger ausgehalten.




Habachtal
Heute ließen wir es gemütlich angehen. Wir liefen einfach ein Stück in das Tal und genossen den Sonnenschein. Wir entwickelten auch nicht den Ehrgeiz, Edelsteine zu finden. Das Habachtal ist nämlich die einzige Smaragdfundstelle Europas. Ob sich allerdings heute auch noch die großen Schätze bergen lassen, bezweifelten meine beiden sehr und versuchten ihr Glück erst gar nicht. Aber wir sahen mehrere „Schatzsucher“, die das Gestein mit dem Hammer bearbeiteten…

Nach jedem Schweiß treibenden Aufstieg schmeckte die Haut der beiden völlig salzig! Ich fand das richtig lecker und schleckte Arme und Beine (falls ich dran kam) hingebungsvoll ab.

Dann fanden wir eine ganz tolle Stelle, an der der Gletscherbach zu einem richtigen See aufgestaut war. Dort wagte sich Frauchen zum ersten und letzten Mal zumindest bis zu den Knöcheln in das eiskalte Wasser.






Meine Güte! Wo bleibt ihr denn wieder?????
Krimmler Aachtal und Warnsdorfer Hütte
Heute ließen wir uns mit dem Jeep ins hintere Aachtal fahren. Mit uns fuhren zwei Frauen, die sich – könnt ihr euch das vorstellen – nicht neben mich setzen wollten. Frauchen war ziemlich sauer, sagte aber nichts und quetschte sich mit mir auf den Beifahrersitz. Die beiden tönten die ganze Fahrt über von ihrem anspruchsvollen Tagesprogramm und liefen dann auch zackig los. Wir brauchten uns gar nicht abzusprechen. Meine Zweibeiner liefen zu alter Form auf und wir überholten die beiden in kürzester Zeit und „erarbeiteten“ uns bis zur Hütte einen respektablen Vorsprung. Bis die beiden mit hochroten Köpfen erschienen, hatten wir uns schon wieder regeneriert…
Der Punkt ging eindeutig an uns. Ihren geplanten „Gipfelsturm“ ließen sie – warum auch immer - ausfallen, denn wir trafen sie beim Eissee (10 Minuten von der Hütte entfernt) und beim Abstieg wieder…
Der Blick in das hintere Krimmler Aachtal war schon faszinierend…

Aufstieg zur Warnsdorfer Hütte mit Blick auf das Krimmler Kees…





Aus Gesprächen mit anderen Wanderern wussten wir bereits, dass auf der Warnsdorfer Hütte auch ein Retriever wohnt. Ich freute mich schon auf unser Treffen – mein Kollege war da aber etwas anders „gestrickt“. Er meinte, sich als Platzhirsch aufführen zu müssen – dabei wollte ich ihm seinen Rang doch gar nicht streitig machen. Das konnte er wiederum gar nicht fassen und machte mit seinem ollen Dominanzgehabe munter weiter. Er ließ sich auch nicht davon abhalten, uns an den Eissee zu begleiten. Inzwischen hätten wir drei auf seine Anwesenheit sehr gut verzichten können…
Er spielte ununterbrochen den großen Maxe (ins Wasser ging der Schisser allerdings nicht!) bis mir dann der Kragen platzte und ich auch mal eindeutig meine Meinung sagte.




Frauchen hatte nun endgültig genug von den Spielchen und schnappte sich meinen Kollegen, ging ein Stück in Richtung Hütte mit ihm und schickte ihn dann vollends dorthin. Glücklicherweise trabte er tatsächlich zur Hütte weiter, so dass bei uns endlich wieder Ruhe einkehrte. (Komischerweise versuchte er sich später auf der Hütte bei Frauchen einzuschleimen und setzte sich lammfromm neben sie, um sich streicheln zu lassen…)




Lang hielt die Ruhe nicht an, denn ich war schon wieder voller Tatendrang…

Frauchen ließ sich schnell zu einer Balgerei überreden. Ich war natürlich wieder voll bei der Sache…




Und dann erklärten mir die beiden, dass dies die letzte größere Wanderung in diesem Urlaub war. Ich fand das sehr schade…

…und freute mich bei diesem Anblick

… und dem Panorama von der Warnsdorfer Hütte aus schon auf unseren nächsten Bergurlaub.
