Sommer 2010 :  Urlaub im Wallis

Frauchen und Herrchen schwärmten mir schon seit Monaten vor, wie schön das Wallis ist. Die beiden müssen es wissen, denn schließlich waren sie schon mehrere Male dort. Frauchen bekam ganz leuchtende Augen, wenn sie von den Urlauben im Wallis erzählte. Vor allem die Hochtouren dort sind für sie ein unvergessliches Erlebnis. Einige wenige Touren aus dem Wallis haben die beiden auf ihrer Homepage www.mrscheurer.de beschrieben.

So hoch hinaus ging es in diesem Urlaub nicht. Trotzdem hatten wir wieder jede Menge Spaß zusammen.

Am ersten Tag erkundeten wir die Umgebung von Eischoll. Eischoll liegt hoch über dem Rhonetal und ist ein idealer Ausgangspunkt für Touren im Wallis.  Wir spazierten auf dem Wolfspfad, auf dem wir aber glücklicherweise keinen Wölfen begegneten - obwohl wir kurz vorher im Radio gehört hatten, dass in der Schweiz immer wieder Wölfe auftauchen...

Dafür trafen wir eine Schafherde...

...und? Mensch was waren denn das für Ziegen?????? Vorne schwarz und hinten fast weiß????

Meine beiden Zweibeiner erklärten mir, dass das Schwarzhalsziegen waren. Vor allem der Ziegenbock beeindruckte mich ziemlich und ich war ehrlich gesagt froh, dass zwischen uns ein Zaun war.

Ich fühlte mich hier im Wallis sofort pudelwohl: Es gab Wasser in Hülle und Fülle. Den Rest des Spaziergangs auf dem Suonenweg (Suonen sind Bewässerungskanäle) legte ich im Wasser zurück.

Während das Wetter an diesem Tag mittelprächtig war und sich die Gipfel der Berge hinter Wolken versteckten, kündigte sich am nächsten Tag strahlender Sonnenschein an: Also nichts wie auf den Berg! Ziel waren das Bettmerhorn, der Aletschgletscher und der Märjelensee. Dass meine beiden große Gletscherfans sind, wisst ihr ja bereits, aber Frauchen schwärmte mir auch vom Märjelensee vor, an dem bei ihrem letzten Besuch Unmengen von Wollgras wuchs. Mich interessierte der See natürlich mehr als die Botanik...

Die Aussicht vom Bettmerhorn war wirklich phänomenal. Zum ersten Mal sah ich - wenn auch in weiter Ferne - das Wahrzeichen von Zermatt: das Matterhorn.

Der Weg zum Märjelensee hoch über dem Aletschgletscher machte richtig Spaß. Ein Stück des Pfades war verschüttet und damit gesperrt. Das bedeutet für uns einen Umweg über Blockgestein. Für ein solches Gelände bin ich inzwischen Spezialist: Ich hüpfte voller Elan von Felsbrocken zu Felsbrocken.

Hoch über dem Aletschgletscher..

Am See vergaß ich meine ganze gute Erziehung und jagte allem, was sich auf bzw. unter Wasser bewegte hinterher. Ich stand unter Strom, schaltete total auf Durchzug und ignorierte alle Rufe und Pfiffe.

Plötzlich war es still! Das beunruhigte mich sofort!  Ich hielt Ausschau nach meinen Zweibeinern: Nichts zu sehen!  Es konnte doch nicht sein, dass sie ohne mich weiter gewandert sind!??! Wie der Blitz war ich aus dem Wasser und schoss um einen großen Felsbrocken. Dort saßen Frauchen und Herrchen in aller Gemütsruhe und erwarteten mich. Auf der einen Seite war ich total froh, dass ich die beiden wieder gefunden hatte, andererseits war ich schon ein bisschen sauer, dass sie mich so einfach ausgetrickst hatten. Ich war allerdings nicht lange beleidigt, dazu war der Tag viel zu schön!

 

Auf dem Panoramaweg im Lötschental...

Wir wurden nicht enttäuscht: Vom Wanderweg aus hatten wir u.a. den Petersgrat, eines der vielen Breithörner (bei Zermatt gibt es z.B. auch eines - dazu aber später mehr) und das fast 4000 m hohe Bietschhorn im Blick.

Während Frauchen sonst oft damit beschäftigt ist, die Pflanzenwelt zu fotografieren, hatte sie an diesem Tag die zahlreichen Schmetterlinge im Visier.

Klar, dass auch heute mehrere Seen zum Baden einluden...

 

An den Bewässerungskanälen rund um Haute-Nendaz...

Hier im französischen Teil der Schweiz heißen die Kanäle nicht Suonen sondern Bisses - wobei ich sagen muss, dass mir die unterschiedlichen Bezeichnungen völlig egal sind. Ich hätte quasi die ganze Wanderung im Wasser verbringen können. Könnt ihr euch vorstellen, dass das selbst mir zu viel war????

Der Weg war einfach traumhaft schön und meine beiden Zweibeiner genossen die fantastischen Ausblicke auf das Rhonetal.

Der Höhepunkt für die beiden war dann aber die Einkehr bei "Chez Edith". Klar doch, dass sie sich mitten im Aprikosenanbaugebiet des Wallis einen Aprikosenkuchen bestellten.

Bei dem Anblick läuft einem doch wirklich das Wasser im Mund zusammen  - oder nicht? Auf alle Fälle fanden die beiden den Kuchen so köstlich, dass sie eine zweite Runde folgen ließen.

Rund um Zermatt...

Das Wallis ohne Zermatt geht gar nicht - habe ich mir im Vorfeld  sagen lassen und angesichts die vielen japanischen Besucher glaube ich das inzwischen auch. Im Ort selber hielten wir uns allerdings nicht lange auf. Auf schnellstem Weg steuerten wir die Seilbahn an, die uns zum "Trockenen Steg" bringen sollte. Überrascht waren wir, als uns mitten im Dorf eine Herde Schwarzhalsziegen begegnete. Die kannte ich dank Frauchens endlosen Sozialisationsbemühungen ja schon vom ersten Tag her.

Knapp unterhalb von 3000 m endete die Seilbahn.  Die letzten paar Höhenmeter bis zu der auf 3029 m hoch gelegenen Gandegghütte war eine leichte Übung. Wir hatten alle Zeit der Welt und legten vor der Kulisse des Matterhorns ein paar Spielrunden ein.

Wann geht' endlich los?

Ich knackte an diesem Tag zum ersten Mal die 3000 m. Mir machte die dünnere Luft überhaupt nichts aus. Meine beiden Zweibeiner hatten damit sowieso keine Probleme - die waren ja schon öfter in noch viel größeren Höhen unterwegs.

Gegenüber der Gandegghütte lag das Breithorn mit seinen knapp über 4000 m Höhe. Frauchen wurde bei dem Anblick ganz rührselig. Ich konnte das sogar ein bisschen verstehen. Das Breithorn war bei der Monte-Rosa-Durchquerung der beiden der erste Viertausender.

Blick auf das Breithorn...

Die Aussicht war einfach fantastisch. Da störten auch die paar Wolken nicht wirklich.

Irgendwann mussten wir uns losreißen. Wir wanderten weiter zum Schwarzsee und zur Nordseite des Matterhorns, das allerdings meist in Wolken gehüllt war.

Mich störte das nicht sonderlich - ich hatte wieder ein paar tolle Bäche gefunden...

Einmal Zermatt war den beiden nicht genug. Glücklicherweise strahlte die Sonne nach einem Regentag wieder und so stand einem zweiten Besuch nichts im Wege.

Blick auf das Matterhorn von der Haltestelle Rotenboden der Gornergratbahn aus...

Meine Zweibeiner wollten mit mir zusammen auf den Grenzgletscher. Als sie das letzte Mal hier waren, war dies problemlos möglich. Allerdings war der Weg, auf dem sie damals zum Gletscher gelangt waren, gesperrt.  So schnell ließen wir uns aber nicht beirren. Wir stiegen trotzdem ab. Am Gletscher angekommen, waren sich die beiden nicht sicher, ob das Eis halten würde. Erst vor kurzer Zeit war offensichtlich ein großes Stück eingebrochen und die Eisbrocken schwammen auf dem unter dem Gletscher fließenden Wasser. Jetzt war uns auch klar, warum dieser auch für Vierbeiner machbare Weg zur Monte-Rosa-Hütte "stillgelegt" worden ist.

Wir drehten also wieder um und folgten dem neuen Weg, der über den Gornergletscher auf den Grenzgletscher führt. Leider war diese Variante für Vierbeiner keine Alternative. Es scheiterte daran, dass wir uns entweder hätten abseilen müssen oder aber über eine sehr steile Stelle des Gornergletschers hätten absteigen müssen. Es waren zwar Stufen in das Eis geschlagen, aber das war meinen Zweibeinern mit mir dann doch zu heikel. Schade! Ich hätte meine Kletterkünste gerne weiter verbessert.

Am Gornergletscher...

 

Eigentlich macht es keinen Spaß, wieder umdrehen zu müssen, ohne das Ziel erreicht zu haben...

So blieb uns "nur" der Blick auf die grandiosen Gletscher und Viertausender...

Zum Schluss noch einen Blick auf den Castor - für Frauchen ein wunderschöner Berg, dessen schmaler Grat ihr allerdings im Vorfeld der Überschreitung gehörigen Respekt eingeflößt hatte...

Ja - das war dann auch schon der letzte Urlaubstag. Nach unserer Rückkehr fängt dann für uns alle ein neuer, spannender Lebensabschnitt an. Später mehr!!!!!!

 

                                                                         Urlaube